Vorstellungskraft wird belohnt

Fotos des Hotels Liberty © Hotel Liberty

Von der JVA zum Design-Hotel: Die Metamorphose des Offenburger Liberty

In Zeitschriften, Blogs und bei Instagram – am Liberty in Offenburg kommt man nicht vorbei. Das Hotel, das in der ehemaligen Justizvollzugsanstalt der Kreisstadt sein Zuhause gefunden hat, zieht auch mehr als ein Jahr nach Eröffnung immer noch großes Interesse auf sich. Der gewagte Schritt, in einem ehemaligen Gefängnis ein Design-Hotel zu errichten, hat sich bewährt.

Darauf haben die Besitzer, die Gebrüder Funk, und ihr Team lange hingearbeitet. Beim Umbau einen gemeinsamen Nenner mit der Denkmalschutzbehörde zu finden war nicht immer einfach, erzählt Heiko Hankel, seit Januar 2018 Managing Director der Liberty Betriebsgesellschaft. „Denn wir wollten zwar Altbewährtes behalten, aber auch in der Moderne ankommen und einen hohen Standard erreichen.“ Um einen Stil zu finden, der gleichermaßen Historie, Design und Moderne verbindet, waren viele Diskussionen, zahlreiche Treffen und auch gemeinsames Experimentieren nötig. „Aber jetzt stimmt sogar der Denkmalschutz mit uns überein, dass wir dafür die perfekte Lösung im Einklang mit der Geschichte gefunden haben“, berichtet Heiko Hankel stolz.

 

Persönlich statt förmlich

Dieses Ringen um Details hat die Basis für den Erfolg geschaffen. Dazu gehört natürlich auch eine moderne digitale Ausstattung, beim Einchecken bleibt man allerdings persönlich: „Wir machen immer ein sogenanntes Grooming“, erklärt der Hotelmanager. „Wir geleiten jeden Gast auf sein Zimmer, erklären die Technik, die Minibar, die Klimaanlage etc. Klar ist das Digitale wichtig, aber wir legen weiterhin großen Wert auf das Menschliche – ohne Allüren.“ Das kommt an. Die Unkenrufe, ein Design-Hotel könne in Offenburg niemals funktionieren, verhallen ungehört.

 

Herausforderungen im Betrieb

Natürlich ist kein Konzept von sich aus perfekt. Zum Beispiel wurde die Speisekarte schon zweimal intensiv überarbeitet, und der in der Urfassung vorgesehene Butler-Service wurde wieder gestrichen. Auch nach dem Start gibt es noch Herausforderungen. So hat der heiße Sommer das vor dem Bau angeforderte Klima-Gutachten vollständig widerlegt. Nun müssen im laufenden Betrieb 29 Zimmer mit Klimaanlagen nachgerüstet werden. Steigende Gästezahlen beweisen jedoch ganz klar: Die Strategie stimmt. Dank schlüssigem Gesamtkonzept ist das große Experiment gelungen. Jetzt wird auf Kontinuität gesetzt und nur noch im Kleinen experimentiert. Viel Wert wird aber auch weiterhin auf die Geschichte des Hauses gelegt, betont der Direktor: „Wir werden immer ein besonderes Auge auf die Vergangenheit haben und sie am Leben erhalten. Das sind wir dem Haus und der Geschichte einfach schuldig.“

 

Den vollständigen Artikel können Sie in unserer Print-Ausgabe lesen. 

Jetzt kostenlos anfordern!

Weitere Infos