Wie man Ordnung schafft

Wissen für die Praxis – Interview Marie Christine Klöber Nina Skripietz

Grundregeln für eine aufgeräumte Wäscherei

Ordnung in einer Wäscherei – das muss nicht schwer sein, wenn man sich an bestimmte Grundregeln hält. Welche das sind, verrät die Hauswirtschaftsberaterin M. Christine Klöber. 

Woran erkennen Sie, ob in einer Inhouse-Wäscherei Ordnung herrscht? 

Das verraten mir auf den ersten Blick die drei Ks: Kartons, Kisten und Körbe stehen verstreut auf dem Fußboden. Dann prüfe ich den Zustand des Lagers: Sind dort die Kartons, Kisten und Körbe ordentlich einsortiert? Auch ein Blick auf die Anzahl und die Aktualität der Aushänge an den Wänden hilft mir. Last but not least, schaue ich mir den Schreibtisch der Wäschereileitung an. Stapeln sich darauf die Papierberge, dann weiß ich: Hier muss Ordnung zum Arbeiten geschaffen werden! 

Was sind die Ursachen für die Unordnung? 

Es ist nicht das Nichtwollen, sondern oftmals das Nichtwissen. Die Heimleitung kennt oft keine Vorbilder, die zeigen, wie man es besser macht. Dazu kommen eine gewisse Betriebsblindheit und eine fehlende Wertschätzung der Arbeit in einer Wäscherei.  

Wie kann man das abstellen? 

Zunächst muss die Leitung den Wert einer ordentlichen Wäscherei anerkennen, indem sie die Mitarbeitenden dafür qualifiziert und schult und das Aufräumen als festes Element in den Arbeitsplan aufnimmt: Jeder sollte bei Dienstschluss seinen Arbeitsplatz aufgeräumt hinterlassen. Natürlich wird das überprüft – idealerweise übernimmt jeder im Team einmal diese Aufgabe. Ebenso muss ein Plan erstellt werden, der Regeln und Ziele vorgibt: Wie oft wird aufgeräumt? Was zuerst, was zuletzt? Welche Boxen werden beschriftet? Wovon trennt man sich? Regelmäßiges Aufräumen wird so für die Mitarbeitenden zu einer Selbstverständlichkeit und das Resultat ist eine optische Ordnung.  

Wer ist dafür verantwortlich? 

Im Prinzip jeder im Wäschereiteam! Die Wäschereileitung gibt die Linie vor, kontrolliert und steuert diese und stellt dafür die Strukturen bereit. Auch die Heimleitung ist mitverantwortlich, weil sie Zeit und Geld freigibt.

Welche Rolle spielt dabei der Wäschekreislauf?

Ein gut organisierter Wäschekreislauf ist das A und O, weil er in einem Altenpflegeheim Transparenz schafft für alle Mitarbeitenden, die beim Thema Wäsche beteiligt sind – angefangen von den Pflegern über die Wäschereikräfte bis zum Fahrer. Das ist extrem wichtig, weil in diesem Prozess viele Menschen miteinander interagieren und kommunizieren. Sie müssen Verständnis für das gegenseitige Tun haben – was eine Grundvoraussetzung für Ordnung in der Wäscherei ist.

Und wie wichtig ist das Patchen der Wäsche? 

Das ist immer noch eine große Schwachstelle in der gesamten Prozesskette, weil den Beteiligten die Wichtigkeit des Patchens immer noch nicht klar ist. Die Folge: Es fehlt entweder die notwendige Technik oder die Arbeitsplätze sind mangelhaft ausgestattet, weil man einfach nicht verstehen will, dass das Patchen zu den vorrangigen Arbeiten gehört. 

Benötigt eigentlich eine Wäscherei ein festes Ablagesystem? 

Selbstverständlich. Das ist in einer Wäscherei genauso wichtig wie in einer Behörde. Jeder muss wissen, wo etwas wiederzufinden ist. So können Fehlbestände vermieden werden, beispielsweise bei Lagerbeständen von Waschlappen, Patchbändern oder Waschmitteln.  

Wie oft muss eine Wäscherei aufgeräumt werden? 

Das hängt immer von der Philosophie der Verantwortlichen ab, wie sie steuern, korrigieren und auch welchen Wert sie den Mitarbeitenden und ihren Arbeitsplätzen beimessen. Aber einmal im Jahr sollte eine große Aufräumaktion schon durchgeführt werden – mindestens!

Und was sind die Vorteile von Ordnung in der Wäscherei? 

Eine optische Ordnung schafft Übersichtlichkeit in allen Räumen und mehr Platz zum Arbeiten. Dadurch werden Fehlbestände und Fehler reduziert, weil man keine Zeit mehr verliert, um etwas sinnlos zu suchen. Das hat einen langfristigen Effekt: Wenn Ordnung für alle zur Selbstverständlichkeit wird, ist das positiv für die Arbeitssicherheit und steigert die Freude bei der Arbeit. Grundvoraussetzung dafür ist die Wertschätzung der Arbeit. Denn wenn etwas nicht geschätzt wird, wird es bedeutungslos und damit unordentlich.

Die fünf Grundregeln für Ordnung in der Wäscherei

  1. Regelmäßig: Machen Sie Ordnung zur Regel. Räumen Sie regelmäßig auf: den Arbeitsplatz täglich, das Lager monatlich, die komplette Wäscherei mindestens einmal im Jahr.
  2. Richtig: Wenn Sie Ordnung schaffen, dann richtig: Schaffen Sie Ablagesysteme, etikettieren Sie Kartons, Kisten und Körbe. So finden die Mitarbeitenden  alles schnell wieder. 
  3. Realistisch: Ordnung schafft man nicht an einem Tag, bleiben Sie realistisch! Planen Sie die Zeit, um das Lager aufzuräumen oder ein Ablagesystem aufzubauen. 
  4. Radikal: Trennen Sie sich von Dingen, die weder benutzt noch benötigt werden – jetzt und radikal! Sammeln und horten Sie nicht!
  5. Reduzieren: Weniger ist mehr, Ordnung schafft mehr Platz und mehr Übersicht. Füllen Sie die geschaffenen Freiräume nicht wieder mit Dingen, die eigentlich überflüssig sind.